Ausflüge, Diese Woche, Wandern

Keine Schoggiwanderung

An einem sonnigen Montag schnüren wir die Wanderschuhe und machen uns auf den Weg in die Ostschweiz.
Atzmännig (SG) liegt auf einer Höhe von 824 m, zwischen dem Zürcher Oberland, der Linthebene und dem Rickenpass. Die Bergstation auf rund 1’200 m.
Mit dem Bus fahren wir nach Schutt, dem Startpunkt unseres Sommerausfluges.


Zuerst hatten wir die Rundwanderung im Blickfeld. Das hätte bedeutet: Von Schutt aus mit der Sesselbahn hinauf auf die Alp Atzmännig (1185 m) fahren – dort oben eine Runde wandern, Kafi, Mandelgipfel und die Aussicht geniessen – mit der Sesselbahn wieder hinunter. Doch wir entscheiden uns für die anstrengendere Variante: hinauflaufen – rundwandern – hinunterlaufen.
Das ist alles andere als eine Schoggiwanderung, doch das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Im ersten Teil begegnen wir viele Familien mit kleinen Kindern. Der Erlebnisweg (Frechspatz Männi) führt von der Bergstation der Sesselbahn zurück zur Talstation.

Dann wird es wieder ruhiger. Das Wetter ist ideal. Nicht zu heiss und nicht zu kalt.

Die allerwundervollste Landschaft sieht aus, als ob sie in den Farbtopf gefallen wäre.

Der Weg führt uns steil hinauf.

Vorbei an Nagelfluhwände.

Die Geo-Weg-Tafel gibt Auskunft darüber. (Vergrössern = anklicken)

Nach einer ziemlichen Weile erreichen wir das Berggasthaus Chrüzegg.

Die Chrüzegg ist nur wandernd zu erreichen. Zahlreiche Wanderrouten führen zu diesem wunderschönen Aussichtspunkt.

Erst kürzlich las ich einen Artikel über die positive Wirkung des Waldes auf Körper und Seele. Dass ich an der frischen Luft und im Wald happy bin, wusste ich schon zuvor. Nun ist das, was ich bereits wusste, wissenschaftlich erwiesen. 😉
Diese Wanderung, die oft durch den Wald führt, macht uns also glücklicher und gesünder.

Foto: Erna Weiss

Kälbchen und Kühe bleiben friedlich. Schilder warnen uns vor den Mutterkühen, die ihre Kleinen beschützen. An einem Tor, das ich nicht fotografiert habe, gibt es jedoch kein Durchkommen, weil drei ausgewachsene Kühe davor stehen. Da hilft auch alles Singen meiner Freundin nichts. Zum Glück finden wir weiter unten ein weiteres Tor, gelangen so in die Freiheit und müssen nicht im Freien übernachten.

Je später der Nachmittag, desto länger die Schatten. Ich kann mich nicht sattsehen.

Silberdistel / Blüemli am Wegesrand

Die Wiese ist in echt genauso kitschiggrün.

Als wir glücklich und müde wieder in Schutt ankommen sind meine Wädli schlaff und die Knie schlotterig vom steilen Weg hinunter.

Hier heisst es warten. Der Bus fährt an Wochentagen nur jede Stunde und wir haben ihn knapp verpasst.

In Goldingen/Eglingen warten wir nochmals auf die Busverbindung. Die einen legen sich auf die Wiese. Ich zücke die Fotokamera und mache ein paar Stilfotos. Hier mit Güllefass und Berge.

Einmal ein Selfie mit grossen Füssen und kleinem Kopf.

Und dann denke ich plötzlich so für mich, dass es nach Herbst riecht, irgendwie.

Infos zum Ausflug:

  • Route: Schutt – Atzmännig – Chrüzegg – Schutt
  • Schutt ist mit dem Postauto erreichbar. Von Winterthur aus fahren wir mit dem Zug nach Wald/ZH. In Wald/ZH steigen wir zwar in den richtigen Bus, fahren dann aber in die falsche Richtung. Deshalb: Erst gucken, dann einsteigen.
  • Restaurants gibt es in Schutt und bei der Bergstation.
  • Schwierigkeitsgrad: Trittsicherheit ist nötig und auch etwas Kondition. Es geht steil bergauf und auch steil bergab.
  • Die Aussicht auf Berge und Seen ist allerwundervollst. Im Herbst wahrscheinlich noch schöner als an einem dunstigen Sommertag.

6 Comments

  1. Ruth Aeberli says

    Das macht gluschtig! Tolle Bilder und ich war seit meiner Kindheit nicht mehr dort.

    • Fatima says

      Liebe Ruth, ich war auch schon länger nicht mehr dort. Hat mir gut gefallen. Einsamkeit ist dort oben jedoch nicht zu finden. Auch an einem Montag nicht. 😉

  2. Karin says

    Atzmännig klingt so nach Schmalspurwanderbergli, dabei kann man sich dort die Waden schlapplaufen!! Und diese Farben! Hast du wiedermal wunderhübsch fotografiert. Im Herbst siehts sicher noch farbiger aus…

    • Fatima says

      Ja, der Aufstieg war anstrengender als erwartet.
      Die Panoramafotos sind alle viel zu hell geraten, deshalb sind hier die Seen (Bodensee, Zürichsee) nirgends zu sehen. 🙂

  3. Rosmarie Hidber says

    👍 Die guten Fotos machen den Bericht sehr anschaulich. Ich habe im Sommer mal meinen Veloweg von Zurzach nach Fisibach ins Brotbackhüsli fotografisch festgehalten. Vielleicht gibt es einmal ein ‚immer donnerstags’….

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