Diese Woche, Wandern

Bös Fulen von hinten

Eine kleine Herbstwanderung führte uns via Oberblegisee hinter den Bös Fulen. Fazit: Wunderschöne Spiegelungen und ein Aha-Erlebnis nach der Gerstensuppe.


Der Bös Fulen ist ein Berg der Glarner Alpen, der vom rechten Zürichseeufer gut zu sehen ist: Er befindet sich optisch ziemlich genau zwischen dem stolzen Glärnischmassiv und dem mehr als 3600 Meter hohen Tödi, hat aber den weitaus attraktiveren Namen. Und genau unter diesem Bös Fulen kann man Gerstensuppe essen.  Zudem führt die Wanderung vom Brunnenberg zum Bösbächi (Sous Bös Fulen) am zauberhaften Oberblegisee vorbei. Ein Spiegelungseldorado!

Los geht’s auf dem Brunnenberg, zu erreichen entweder zu Fuss von Schwändi her oder mit der Luftseilbahn von Luchsingen aus.

Bergstation.

In die andere Richtung geblickt sieht’s auch sehr verlockend aus:

Das Menu lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Rücksicht und Toleranz inklusive!

Wir gehen rechts zum Oberblegisee. Rund eine Stunde lang führt ein ziemlich breiter, bequemer Weg nun obsi und bietet Aussichten.

Nach einer letzten Kurve dann…

Voilà, der Oberblegisee! Umgeben von Bächistock, Glärnisch und Vrenelisgärtli (teils sogar doppelt…) Im Sommer würde man hier baden, das Ufer ist flach, und es gibt genügend grosse Steine, um darauf das Picknick auszubreiten.
Oder einfach mal in die Gegend schauen.

Ich mache unterdessen ein paar Spiegelungsbilder…

Nach 20 Mal „Klick“ gehen wir in Marschrichtung weiter zum Bösbächi, vorbei an einem Schild, das ich zuerst und von hinten für die Infotafel einer Bushaltestelle gehalten hatte. Kann ja nicht sein!

Hier links.

Keine Bushaltestelle!

Noch etwa 30 Minuten führt der Weg nun über Stock und Stein, wunderschön!

Bis zur Bächialp mit Bächistübli. Online hatte ich ein paar ganz üble Bewertungen für diese Beiz gelesen – die Wirtin habe Haare auf den Zähnen. Keine Ahnung, wer da wem Übles wollte: Wir wurden herzlich bedient, und die Gerstensuppe war auch chüschtig. Man wurde sogar gefragt, ob mit oder ohne Speck drin (mit!).

Und noch vor dem Kaffee hatte ich dann auch mein Aha-Erlebnis, dies dank einer genialen App: Mit „Peakfinder“ lassen sich Foto und Karte kombinieren, so dass mir plötzlich klar wurde…

Das ist DER!

Der Bös Fulen ist der, der links hinter der Wolke hervorguckt. Gesehen von Meilen am Zürichsee aus.

Hier nochmals mit Wegweiser und Abstand.

Der Brocken links ist übrigens der Vorder Eggstock. Aber den seh ich von zu Hause aus nicht so gut, weshalb ihm diesmal eindeutig der Bös Fulen die Show stahl.
Nach einem Schwyöhrli (Kaffee mit Aprikosenlikör) wanderten wir dann in umgekehrter Richtung wieder zurück zur Bergstation der Luftseilbahn. Bis nach Braunwald wäre es ungefähr gleich weit gewesen, aber wir Schlaumeier hatten Retourtickets gelöst, die man ja nicht verfallen lassen will.

Unterwegs trafen wir noch Kühe mit Hörnern. Irgendwie sehen die einfach besser aus. Und ich bin ziemlich sicher, dass sie sich auch besser fühlen…

Brunnenberg – Bächistock: Mit relativ wenig Aufwand gibt’s viel Aussicht und Erlebnis.

  • Anreise: Mit Bahn oder Auto zur Talstation der Luftseilbahn Luchsingen (GL) – Brunnenberg. Die Bahn fährt grundsätzlich nur 1x pro Stunde (xx.30h mit Mittagspause), man kann sie aber auch ausserhalb dieser Fahrzeiten bestellen ( Luftsteilbahn Luchsingen – Brunnenberg )
  • Strecke: Entweder via Oberblegisee zur Bächialp, dort einkehren und zurückwandern (ca. 2 1/2 Std.) oder von der Bächialp aus weiter bis nach Braunwald (ca. 3 Std.). Von Braunwald aus mit dem öV zurück nach Luchsingen zu fahren ist gut möglich.

8 Comments

  1. Ruth Aeberli says

    Tolle Bilder! Das Glarnerland ist einfach schön. Im Oberplegisee baden eine Wucht. Die Wirtin im Bächistübli war immer nett! Wenn der Oktober freundlich wird, werde ich das auch nochmals machen. Schöner Beitrag, freu mich immer drauf. Macht weiter so!

    • Liebe Ruth, danke! Das nächste Mal nehm ich die Badehosen mit (gehe davon aus, dass es im Sommer sein wird ;)) Und ja, die Wirtin war wirklich sehr nett.

  2. Indra Joshi says

    Liebe Karin,
    hach wie habe ich diese mittwochs.ch-Beiträge vermisst! Und so schön, dass ich dank Dir wieder ein bisschen der Sehnsucht nach den Bergen, den Seeleins und den dazugehörigen Spiegelungen frönen konnte! Danke auch für den Peakfinder-Tipp, falls ich mal wieder in den Bergen sein sollte nächstes Jahr oder so, denke ich dann hoffentlich noch daran… 🙂

    • Liebe Indra, peakfinder würi etzgrad husch lade, ist wirklich eine feine sache und funktioniert erstaunlich gut 🙂. bis bald mal wieder auf mittwochs (in indien?) und liebe grüsse!

  3. Fatima says

    Wunderbar. Ganz wunderbar. Ich mag den zauberhaften Oberblegisee, die Spiegelungsbilder, die geniale App und die frische Bergluft.

  4. Franziska says

    Jetzt sehe ich, was ich diesen Sommer (danke, Gewitter!) verpasst habe. Mein letztes Mal am Oberblegisee ist bald 20 Jahre her, gschämig. Meldet der grösste Fan deiner badenden Berge.

    • Karin Aeschlimann says

      Für mich wars ja eine Premiere. Aber sicher auch keine Derniere!

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