Diese Woche, September, Wandern

Dieser Blick in die Tiefe

Rund um die Chäserrugg-Plattform geht’s einfach nur abwärts. Senkrecht. Die Aussicht ist  dementsprechend ehrfurchtgebietend, auch bei Nebel.

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Der 2259 Meter hohe Chäserrugg ist der östlichste der sieben Churfirsten-Gipfel und bietet einen tollen Panoramablick auf die Flumserberge, den Hinterrugg und das Sarganserland. Letzteres samt Autobahn und Bahnlinie schlappe, senkrechte 1700 Meter weiter unten. Allerdings, schon dreimal war ich da oben, und nie war das Wetter so wie angekündigt. Der heutige Bonus: Nebel. Und Wind.  Macht aber nichts – man muss einfach Kapuze und Handschuhe montieren, zumindest im Herbst. Und immerhin besteht die Chance, dass der Wind den Nebel wegbläst… Dann mal los.

  • Anreise: Mit dem Auto oder öV (Zug und Postauto) zur Talstation der Standseilbahn in Unterwasser, auf dem Iltios umsteigen auf die Luftseilbahn Iltios-Chäserrugg.
  • Geeignet als: Sommers wie winters eine bequeme Rundwanderung (gut 1 Stunde) mit Aussicht, Aussicht, Aussicht! Strecke: Gipfel – Rosenboden – Gipfel.
  • Erforderlicher Fitnesslevel:  Die Strecke hat nur 120 Meter Höhendifferenz und eignet sich für Kind und Kegel… die Kinder müssen aber gehorchen, es geht wirklich steil abwärts!
  • Verpflegung: Im 2015 neu erstellten Gipfelrestaurant von Herzog & de Meuron, es gibt einen bedienten und einen Self-Service-Teil. Sonnenterrasse.

Der Erstkontakt mit dem Chäserrugg ist nach wie vor wenig einnehmend. Die Talstation in Unterwasser hat nichts vom Chic des brandneuen Gipfelrestaurants:

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Charmant ist aber die Begleitung in der Gondel – der nette Gondoliere plaudert mit den Gästen und weist auch auf die Gemsen im Felsband unterhalb des Gipfels hin (am besten sucht man sich ein Plätzchen in Fahrtrichtung links). Vor dem Aussteigen hält er sogar eine kleine Ansprache mit Hinweis auf die Abfahrtszeiten zur Talfahrt und wünscht „trotzemnäbel“ einen wunderprächtigen Tag.

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Holla, das Gipfelrestaurant ist gleich Bergstation – hier parat für einen Firmenevent, normalerweise ist das der Selbstbedienungs-Teil. Wirklich sehr schön und schlicht, ohne übertriebenen Alpen-Chichi.

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Auch in Sachen Wanderwege Selbstbedienung, sozusagen… und reichlich Auswahl. Ich geh dann mal rechts, also vom Restaurant gesehen linksrum Richtung Rosenboden.

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Die reichlich vorhandenen Blumen-Info-Tafeln machen sich als Wegweiser im Nebel nützlich. Abgesehen davon regen sie auch die Phantasie an. Quirlblättriges Läusekraut…? hm…

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Ein letzter Blick zurück… Ich checke auch noch schnell, ob man Handy-Empfang hat (wenig), man weiss ja nie, bi dem Wätter. Auf jeden Fall habe ich nicht vor, den Weg zu verlassen, gleich nebenan geht’s senkrecht runter. Ah, es tuet uuf….

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Man entdeckt ein paar hundert Meter Luftlinie Richtung Nordosten entfernt: Ein zweites Plateau, mit genau 1 Häuschen und 1 Skilift drauf.

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Der Spaziergang ist wunderbar, auch wenn heute nix ist mit Fernsicht bis in die österreichischen Alpen. Das soll es ab Chäserrugg ja geben, hab’s aber noch nie preicht.

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Nach vollendeter Runde knurrt dann aber der Magen. Draussensitzen ist trotz der roten Decken keine Option, aber drinnen gibt’s einen heissen Pfefferminztee plus Ghackets und Hörnli mit Apfelmus (21 Franken, das günstigste Gericht im bedienten Teil). Abgesehen von mir sind noch ungefähr 500 Betriebsausflug-Leute im Saal – an der Talstation stehen die Cars -, aber die Bedienung ist trotzdem flink und nett.

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Als Verdauungsspaziergang kann man noch eine kleine Runde auf den Hinterrugg machen, das ist dann vor dem Restaurant rechts. Der Blick zurück:

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Tja, enjoy it while it lasts. Das nächste Mal gucken zeigt schon dieses Bild…

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Chäserrugg, ich fahr jetzt zrugg.

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