Ausflüge, Diese Woche

Ein-Tages-Winterferien in den Flumserbergen

Schnee? – Check. Schöne Spazierwege? – Check. Gerstensuppe? – Check. Ein Spaziergang zur Seebenalp has it all!

Gesetzt, du hast einen Tag Zeit und möchtest in diesem einen Tag mit möglichst wenig Aufwand  möglichst viel Sonne, Schnee und Gerstensuppe tanken, verbunden mit etwas Bewegung an der frischen Luft. Mittwochs.ch empfiehlt: Flumserberge! Sie sind – sogar mit der S-Bahn – in einer Stunde von Zürich aus zu erreichen, und sie sind mit ihren 1400 bis 2200 m.ü.M. fast immer nebelfrei.
Los geht’s in den sympathisch zerkratzten und von diversen Gebrauchsspuren gezierten kleinen Gondeln, die dich von Unterterzen via Oberterzen (sitzen bleiben) bis zum Tannenboden bringen.

Der Tannenboden ist etwas verwirrend – ein Konglomerat von Herbergen, Autoparkplatz, Restaurants, Snackbuden, Talstationen und Wohnwagen. Wegweiser konnte ich keine ausmachen. Der Trick ist, sich nach schräg links zu orientieren, auch wenn das Ziel Seebenalp rechts liegt (der Weg macht eine grosse Kurve). Die Piste queren und unter dem Sessellift dem Wald zustreben, dann kommt es gut. Immer den pinken Stecken nach.

Blick nach gegenüber: Es grüsst… ja, was grüsst denn da? Ich vermute, das ist der Sichelchamm, der nicht mehr zu den Churfirsten gehört.

Weiter geht’s auf sanft ansteigendem Weg zwischen schneebedeckten Tannen, unter baumelnden Skis hindurch und an arbeitslosen Schneekanonen vorbei.

Das hier sind nun aber wirklich die Churfirsten: Zustoll, Scheibenstoll, Hinterrugg, Chäserrugg (http://www.mittwochs.ch/dieser-blick-in-die-tiefe/) und Tristenkolben.

Über dem Walensee wabert der Hochnebel.

Irgendwann kommen sie dann doch noch, die Wegweiser…

Aber zu dem Zeitpunkt bist du eh schon auf dem happy happy Trip und gehst einfach dem Licht entgegen…

und durch riesengrosse Meringues hindurch.

Nach etwas zwei Dritteln des Weges steht da die verträumte Alp Winkelzahn mit ihrem seltsamen Namen.

Und…. sorry, aber diese Stimmung…

Hier rechts halten – es sind nur noch zehn Minuten bis zur Gerstensuppe.

Dieser stotzige Kerl, der eins auf Matterhorn macht, heisst Sächsmoor (2196 m), links davon das Skigebiet Leist.

Und da kommt sie nun, die Verpflegung: Das Restaurant Seebenalp bietet alles, was sich der Unterländer so vorstellt, wenn er an Skiferien denkt, also eine grosse Sonnenterrasse (die Bänke sind mit Armeedecken gepolstert), eine handfeste Speisekarte mit Älplermagronen, Gerstensuppe und Nussgipfel, Zweierli aus dem Fläschli und Aussicht auf Skilift und Berge. Und das alles komplett un-cool. Wahrscheinlich sah es schon vor fünfzig Jahren so aus.

Und die Gerstensuppe war gut, sehr gut! So gut, dass ich meine Bloggerpflichten ganz vergass.

Ups…. too late!

Dafür war ich beim Milchkafi schnell genug.

Falls du noch nicht genug spaziert bist, hier hats noch mehr. Man kann beispielsweise den zugeschneiten Grosssee umrunden; das dauert ungefähr 20 Minuten. Neben dem Grosssee gibt’s noch einen kleineren See. Deshalb auch der Name der Alp: Seeben ist die Mehrzahl von See.

Wir traten dann allerdings den Rückweg an. Nun sieht man alles von der anderen Seite 🙂

Licht.

Schnee.

Und wieder die Alp Winkelzahn, diesmal mit dem Sichelchamm (2269 m) im Hintergrund.

Retour wieder per Gondelbähnli mit seinen zerkratzten Scheiben.

Jetzt in den Zug oder ins Auto steigen, und du bist just zum Zvieri wieder zu Hause.

  • Route: Tannenboden – Seebenalp und retour, insgesamt etwas mehr als 2 Stunden.
  • Geeignet für: Alle. Die Steigung ist moderat und der Weg ist bequem.
  •  Verpflegung: Hotel-Restaurant Seebenalp mit Sonnenterrasse.
  • Anreise: Mit der S2 ab Zürich Flughafen oder mit der S4 von Uznach bzw. Sargans bis Unterterzen. Der Bahnhof befindet sich direkt gegenüber der Talstation der Luftseilbahn, wo es auch einen Parkplatz gibt. Oder man fährt direkt mit dem Auto zum Tannenboden (Parkplatz).
  • Tipp: Wenn möglich unter der Woche anreisen, dann sieht man auf dem Spaziergang kaum einen Menschen.

7 Comments

  1. Fatima says

    Puah! Winterferienfeeling total. Und dieser Blick in die Tiefe…!

  2. Franziska says

    Wunderschön! Und ja, das Restaurant sah schon in meiner Kindheit genau so aus.

  3. Marlies Liem says

    Ganz tolle Aufnahmen und wunderschöne Reportage!

  4. Barbara says

    Bei diesen wunderschönen Bildern bekomme ich ja fast Heimweh!

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