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O Olargues!

Darf ich vorstellen: Das ist Olargues. Ein 600-Seelen-Dörfchen in Südfrankreich, zwischen Montpellier und Narbonne in den Bergen gelegen.

Wobei die Berge um Olargues höchstens 1200 Meter hoch sind – dafür aber herrlich ursprünglich und in weiten Teilen Naturschutzgebiet. Auf eher rudimentären Wanderwegen (Kartenlesekünste sind nützlich) trifft man stundenlang bloss ab und zu einen Fasan oder auch mal ein Wildschwein. Zumindest haben mir das meine Freunde versichert, ein Ehepaar, das vor einigen Jahren aus der Schweiz nach Frankreich ausgewandert ist.

Olargues gehört offiziell zu „les plus beaux villages de France“.

Ein Wandergebiet erstreckt sich beispielsweise um den Caroux, den Bergrücken im Hintergrund.

Bei 36 Grad im Schatten geht man dann aber doch lieber schwimmen, als aufwärts zu kraxeln. Ein echtes Highlight: Die „Source la Frejo“ mitten im Wald. Im natürlichen Becken unter dem Wasserfall lässt es sich herrlich planschen, und das Wasser ist sowohl klar als auch warm. Zu Fuss ist man von Olargues aus in einer guten halben Stunde da – einfach der „Piste Verte“ folgen, die im Dorf beginnt und dem Lauf der ehemaligen Eisenbahnlinie entspricht. Auf dieser Piste Verte könnte man über 24 Kilometer durch das ganze Tal wandern.

„Frejo“ heisst im lokalen Dialekt „Frische“. Passt.

Alternativ kann man im Lac de Vésoles einen Schwumm machen. Der Stausee ist am besten mit dem Auto zu erreichen, 40 Minuten ausserhalb von Olargues. Rundherum gibt es zum Glück genug Wald, um im Schatten zu spazieren (an der Sonne war es süttig heiss, und ich wartete eigentlich nur darauf, dass sich das Gras von selbst entzündet…)

Unterwegs zum Lac de Vésoles.

In zwei Stunden ist der Stausee umrundet.

Streckenweise eine ziemlich trockene Angelegenheit.


Auch ein Spaziergang in Olargues selber ist ganz reizend. Zwischen 13 und 17 Uhr haben allerdings alle Geschäfte (es gibt ungefähr deren fünf oder sechs) geschlossen. Ausser das Restaurant am Place Alexandre Laissac, das – surprise! – Hotel/Restaurant Laissac heisst. Ganz in der Nähe der Mairie (Gemeindehaus). Nicht zu verwechseln mit Marie.

Mairie.

Marie.

Und das hier ist Alexandre Laissac (1834-1913), Politiker und Bürgermeister von Montpellier, mit seiner Assistentin (?).

Ein Ortsmuseum wäre ebenfalls zu entdecken. Leider (hm, hm) hatte es geschlossen, als wir daran vorbeikamen…

Der Kupferkessel bezieht sich auf das Wappen von Olargues.

Lauschige Winkel noch und noch.
     

Touristen-Pflicht ist ein Aufstieg zum Castrum, den Schlossruinen aus dem 12. Jahrhundert.
 

Ähnlich alt ist die Teufelsbrücke, le Pont du Diable  (links im Bild).

A propos steinalt: Der Blasbalg des Dorfschmieds ist ziemlich antik… Wie die gesamt Werkstatt. Faszinierend. Er erklärt übrigens gerne, bei Interesse.

In der Werkstatt des Schmieds.

   

Das ist mal ein Blasbalg…!

Anschliessend geht es zu einer kleinen Erfrischung zu Laissac-dem-Restaurant zurück.

Eine Art Zitronensirup mit Eiswürfeln und viel Wasser zum Nachgiessen – fein!

Los Pistoleros. Klar.

Und diese Preise…!

Übrigens kann man in den Wäldern Himbeeren, Blaubeeren und Esskastanien gratis und franko ernten oder zusammenlesen, nur haben die leider im Juni nicht Saison. Deshalb gab’s Kirschen direkt vom Bauern 🙂
   

Olargues

  • Anreise: Mit dem Zug (ab Genf mit dem TGV via Lyon oder Valence bis nach Montpellier), von dort verkehrt einmal täglich ein Überland-Bus.
  • Unterkunft: Es gibt zwei Hotels, das luxuriöse „Fleur d’Olargues“ direkt am Fluss Jaur und das günstigere, charmante „Laissac“.
  • In der Gegend hat es diverse hübsche Dörfer, die man erwandern kann. Manche mit der Auszeichung „Ville qui fleurit“ (jeder Fleck, jedes Fensterbrett voller Blumen). Der Naturpark Haut-Languedoc ist auch nicht weit http://Parc Haut-Languedoc

5 Comments

  1. Katrin says

    Sehr gut geschrieben und die wunderbaren Bilder macht mich direkt gluschtig dort mal für ein paar Tage hinzufahdn.

    • Fatima says

      Liebe Katrin, geht mir auch so. Für mich eher, wenn es nicht so heiss ist.

      • Karin says

        Liebe Katrin und Fatima
        Zum Wandern würde ich schon eher Frühling oder Herbst empfehlen … 😉

  2. Franziska says

    Olàlà, Olargues! Das sieht wunderschön aus, südfranzösischer Ferienspirit noch und nöcher, ich höre die Grillen zirpen und den Pastis rufen. Und ja, am liebsten reise ich auch an Orte, wo nicht schon alle Hinzens&Kunzes waren. Und in Olargues, da bin ich sicher, kann man sich wunderbar erholen – weil man in der flirrenden Mittagshitze gar nicht anders kann, als ein wenig im Schatten zu dösen und zu lesen.

    • Karin says

      Oh ja, die Grillen, Franziska… die machten tatsächlich einen Höllenkrach. Schafften es aber nicht, die Wildschweinfamilie zu übertönen, die in einer Nacht vor meinem Schlafzimmerfenster herumtrampelte. Nature pure! 😉

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