Diese Woche, Wandern

Hoch oben in den Wolken

Während in Winterthur heisse 30 Grad den Asphalt aufheizen, ist die Temperatur auf dem Stanserhorn mit 18 Grad ganz nach meinem Gusto. Wer also keine Hitze mag, macht einen Tagesausflug in die Berge oder bucht gleich Ferien, bis die Hitzetage vorbei sind.

Es  ist ein ganz normaler Wochentag, und nicht etwas Wochenende, als ich mit der Stanserhorn-Bahn von Stans auf das Stanserhorn fahre. Die Idee ist offenbar gut, viele, viele andere sind auch da.

Auf der »Gegenfahrbahn« schwebt uns eine Gondel entgegen. Natürlich winken wir den wildfremden Menschen. Wie früher auf der Schulreise. Mir gefällt die Fahrt mit der Cabrio-Bahn, inklusive Wind im Haar.

Das Ziel ist noch nicht zu sehen.

Von ganz oben ist die Aussicht sensationell.

Ich mache mich auf den Weg. Wolkenfetzen ziehen vorüber.

Der Geo-Weg Stanserhorn-Wirzweli ist gemäss Prospekt der beliebteste Panoramaweg Nidwaldens. Das glaube ich sofort, auch wenn gerade nicht viel zu sehen ist.

Tafeln erklären Geologie und Flora.

Jetzt aber! Panorama noch und nöcher.

Wie kommen »Falten« in den Berg? Die Antwort ist im interessanten Geo-Weg-Flyer zu finden: »Vor rund 100 Mio. Jahren trieben starke innere Kräfte die südliche Landmasse (Afrika) nordwärts. Das Meer wurde eingeengt, zusammengestaucht und die abgelagerten Gesteinsschichten verfaltet. Inselartig tauchten die Faltenrücken aus dem Meer.«

Sarnersee

Blüemli am Wegesrand. Weiter unten wird gheuet und die Silos mit dem Heu gefüllt. Zeitweise meint man, in die Kräuterdose gefallen zu sein.

Der erste Teil der Wanderung geht steil bergab und ist sozusagen ein Paradies für Treppenliebhaberinnen und -liebhaber.

Mal so:

Dann so:

Immer wieder tauche ich in die Wolken. 

Diese Wanderung ist sehr beliebt. Das ist gut, denn ich bin ohne Gspänli unterwegs.
Wandere ich allein, wähle ich immer gut frequentierte Routen.

Über Stock und Stein

Hier war gerade niemand in Sichtweite. Ansonsten hätte ich fragen können, welcher Teil – gelb oder schwarz? – schon wieder berührt werden darf.

Wind ist aufgekommen. Später werde ich in der Seilbahn nach Dallenwil lebhaft durchgeschaukelt.

Ich bin ein Kneipp-Fan. Es gibt nichts Besseres für die Gesundheit.
Interessierte lesen mit Vorteil die alten Bücher, die Sebastian Kneipp selber geschrieben hat. Die neueren Publikationen zum Thema, die ich kenne, sind verwässert und alles andere als cool.

Unten angekommen ist es wieder wärmer.

Am Bahnhof Dallewil und schon bald wieder zu Hause.

Für die Wanderung habe ich, inklusive Pausen, rund drei Stunden gebraucht (angegeben waren vier Stunden). Der erste Teil geht steil bergab und ziemlich in die Knie. Die Aussicht ist allerwundervollst.

Route: Mit der Bahn aufs Stanserhorn (Winterthur, Zürich, Luzern, Stans) – zu Fuss nach Wirzweli – mit der Luftsteilbahn nach Dallenwil – von dort direkt nach Luzern

Eine detaillierte Karte, inklusive Bahnen und Restaurants ist hier zu finden: www.wirzweli.ch/de/wandern/wandervorschlaege/geo-weg-stanserhorn-wirzweli

12 Comments

  1. Gudrun Weil says

    Wieder ein recht interessanter Bericht und die Bilder, die diesen „wundervollst 🙂 “ abrunden! Dank Fatimas schönen Stimmungsfotos – nach dieser Umgebung sehnt frau sich gerade jetzt (bei uns immer noch um die 30 Grad Wärme) – und kann sich lebhaft vorstellen, wie angenehm der Ausflug gewesen sein muß. Ich persönlich kann über diesen ‚Wurzelweg‘ wohl nicht mehr gehen, müßte mir was geraderes suchen – aber es macht mich an – ich erinnere ähnliche Wanderwege. Ein Hoch auf die Beschreibende und Prösterli mit Pfirsichsaft 🙂 🙂

    • Fatima says

      Liebe Gudrun, danke vielmals! Zum Glück können Gipfelstürmerinnen auch für den Rückweg die Bahn nehmen. Prösterli zurück! 🙂

  2. Therese M. says

    Genau so hatten wir das damals auch gemacht…vor öppen 3 Jahren. Danke fürs auffrischen der Erinnerungen. Ach ja, da war doch noch der Bovisplatz und die gepferchten Murmeli 😉 und weiter unten der Käsehandel bei einem dieser Jodler. Der Wiesenberger…ganz nahe der Kneippstelle. Apropos Kneipp, welche Literatur ist für Dich verwaschen? Gesunde Grüsse aus dem Gotthelftal.

    • Fatima says

      Bis jetzt hat mir noch keines der neuen Kneipp-Bücher, die ich gesehen/gelesen habe, überzeugt. Vor vielen, vielen Jahren durfte ich alte Originalbücher lesen. Da war Hautregion und Wirkung / Organe genau und nachvollziehbar beschrieben. Faszinierend. Es ist halt lange her.

      Aber vielleicht hast ja du Literaturtipps?

  3. Regula Aeppli says

    Und das nächste Mal noch schnell bei uns vorbeikommen für einen kühlen Trunk, einen Tee oder was immer dich gluschtet, gell? 😉

    • Fatima says

      Dort in der Nähe hat es ja noch weitere Berge. 🙂

  4. Franziska says

    Also diese Cabriogondel sieht wirklich sehr anmächelig aus – macht gerade Lust, auch mal das Stanserhorn zu erklimmen. Knieschonender wäre es wohl, aufwärts zu wandern;-) Schöne, stimmungsvolle Aufnahmen mit dem Innerschweizer Nebel. Der ist fotogen wie nu öppis!

    • Fatima says

      Ja, der Nebel war total schön. Aufwärts wandern wäre für die Knie besser gewesen, aber anstrengend wie nur öppis. Hinunter war das natürlich locker.

  5. Mari Anne says

    Dein Wanderbericht erinnert mich an meine Stanserberg Erklimmung vom letztem September. Von Stans Bahnhof aus liefen wir los, zunächst flach über Felder und durch Wiesen. Dann wurde es immer steiler und im Schatten des Berges waren wir dann fast alleine unterwegs und schwitzten uns Kurve um Kurve hinauf. Oben dann die grosse Ueberraschung: Das Gipfelrestaurant war bis auf den letzten Platz und darüber hinaus besetzt. Na ja, wir fanden doch noch ein Plätzchen. Drinnen, denn draussen war es uns definitiv zu heiss, geschwitzt hatten wir ja schon. Danke für deinen Bericht, macht Lust auf mehr.

  6. Karin says

    Dank dir habe ich eben realisiert, dass ich auch schon mal auf dem Stanserhorn war, mit ebendieser Cabrio-Gondel (als sie neu war). Nur hab ich nicht so aamächelige Fotos mitgebracht, damals… Danke für die Erinnerungshilfe und den Tipp für ein nächstes Mal! 🙂

    • Fatima says

      Danke! Wahrscheinlich waren alle schon mal da. 🙂

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