Diese Woche, Wandern

Fliegenpilze und Blitzableiter

Eine Lieblingswanderung

Es ist frühmorgens an einem Freitag Ende Oktober und in Zürchersmühle (AR) zeigt das Thermometer fünf Grad. Winterthur liegt in dickem Nebel gehüllt. Hier ist es nebelfrei und kalt. Raureif überzieht Wiese, Blumen, Hausdächer und alles andere auch.

Etwas später, als wir weiter oben aus dem Schatten des Berges treten, steigt die Temperatur  – bis wir wieder im Schatten sind. Diese Tour ist deshalb eine Jackenaus- und Jackenanzieh-Tour. Frühmorgens dachte ich noch: »Von jetzt an gehst du nur noch mit Mütze und Handschuhe aus dem Haus«. Andere auf diesem Weg scheinen nicht zu frieren. Sie sind kurzärmelig unterwegs.

Wir steigen den Berg hinauf, geniessen Aussicht und bunt verfärbte Wälder. Rot, Gelb und Orange sind zu sehen, aber auch sattes Grün.
»Lieblich!«, sage ich zu meinen Wandergschpännli. »Lieblich ist das richtige Wort für diese Landschaft.«
Die Luft ist frisch und rein. Zu hören sind nur unsere Schritte, ab und zu eine Krähe, ein Transporthelikopter.

Im Restaurant »Hundswiler Höhe« kehren wir ein. Die für das Appenzellerland typische Blitzableiter (durch Draht verbundene hohe Stangen, die über die gesamte Dachlänge verlaufen) zieren das Dach des Bergasthofes. Wir trinken Most, Rivella, Wasser und essen etwas. Auch von hier aus ist die Aussicht phänomenal.

»Diese hier ist die schönste aller Wanderungen!«, sagt meine Freundin. Und ich gebe ihr recht. Wir bewundern das Panorama mit den Bergen, den Wiesen, den weit verstreuten Häusern.

Kurz vor vier Uhr sind wir beinah am Ende unserer Wanderung angelangt. Inzwischen steht die Sonne tiefer und das Licht ist wundervoll. Ein steiler Weg führt uns bergab nach Appenzell. Im alten Dorfkern ist alles sehr touristisch. Wir kaufen keinen Appenzeller (Plüsch)Hund, auch keinen Käse mit Geheimnis. Stattdessen schlendern wir gemütlich zum Bahnhof, wo wir in den Neigezug Richtung Gossau/SG steigen. Aus dem Zugfenster sehen wir – nun aus einer anderen Perspektive – die gewanderte Strecke und auch die Landschaft.

Schön wars!

Tour: Zürchersmühle (811 m) – Hundwiler Höhi (1309 m) – Appenzell (778 m)
An den Wochenenden ist man hier offenbar nicht ganz alleine.
Strecke: Rund 12,5 km
Transportmittel: Wir reisen mit dem Zug. Hin und zurück.
Kondition: Etwas Kondition braucht es hier schon. Vor allem Trittsicherheit.
Dauer: Rund 5 Stunden

Hier ein paar Bildimpressionen (Bilder vergrössern = anklicken):

7 Comments

  1. Ann-dy says

    Vielen Dank für den tollen Tipp, würde am liebsten gleich loswandern 😃

  2. Franziska Hidber says

    Was für ein Augenschmaus. Der Traumtag spricht aus jedem einzelnen Bild. Herrlich.

  3. Barbara Jordan says

    Das allererste Foto finde ich unglaublich, wahnsinnig, extrem, galaktisch, super schön! Kurz: Ein beeindruckendes Kunstwerk! Kompliment der Fotografin – und dem Sujet! 🙂

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